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Rohr-Reinigungen – Rohr- & Kanalservice

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Sanierung

Kanalsanierung – die Verfahren im Vergleich

Wenn das Kamerabild einen Schaden zeigt, folgt selten nur eine Möglichkeit. Zwischen einem Kurzliner an einer Muffe und dem Aufgraben der Einfahrt liegen vier Verfahren, die sich in Aufwand, Dauer und Voraussetzungen deutlich unterscheiden.

Kurz gesagt

Vier Wege sind üblich: der Kurzliner für einzelne Schadstellen und Muffen; der Schlauchliner für längere Abschnitte, bei dem ein harzgetränkter Schlauch eingezogen und ausgehärtet wird; das Berstlining, bei dem das alte Rohr verdrängt und ein neues nachgezogen wird; und die offene Bauweise mit Aushub. Grabenlose Verfahren setzen voraus, dass die Leitung durchgängig, in ihrer Lage stabil und geometrisch brauchbar ist. Sind Rohre eingebrochen oder liegt eine echte Senke vor, bleibt der Aushub.

Kurzliner
einzelne Stelle
Schlauchliner
ganzer Abschnitt
Voraussetzung
Leitung befahrbar
Blick in das Innere eines großen Stahlrohrs mit Lichtreflexen

Kurzliner – die punktuelle Lösung

Ein kurzes, harzgetränktes Gewebe wird auf einen Packer aufgezogen, an die Schadstelle gefahren, mit Druck an die Rohrwand gepresst und dort ausgehärtet. Danach ist an dieser Stelle eine neue Innenwand entstanden. Ideal für undichte Muffen, Risse und Wurzeleintritte an einer definierten Position. Der Eingriff dauert wenige Stunden, verlangt keinen Aushub und ist die günstigste der echten Sanierungen – vorausgesetzt, es gibt genau eine oder zwei Schadstellen.

Schlauchliner – der ganze Abschnitt

Ein Schlauch wird über die volle Länge eingezogen oder eingestülpt, an die Wand gedrückt und mit Warmwasser, Dampf oder UV-Licht ausgehärtet. Ergebnis ist ein durchgehendes Rohr im Rohr, das mehrere Schadstellen auf einmal erledigt. Vorher muss die Leitung gründlich gereinigt und gefräst werden, damit nichts unter dem Liner bleibt; danach werden Abzweige mit einem Fräsroboter wieder geöffnet und mit Hutprofilen dicht angebunden. Der Querschnitt verringert sich geringfügig, die hydraulische Leistung meist nicht, weil die neue Oberfläche glatter ist.

Berstlining – wenn das alte Rohr weg muss

Ein Berstkörper zerstört das alte Rohr und verdrängt die Scherben in das umgebende Erdreich, während gleichzeitig ein neues Rohr nachgezogen wird. Das ist der Weg, wenn die alte Leitung zu stark beschädigt oder zu klein ist und trotzdem nicht aufgegraben werden soll. Voraussetzung sind Start- und Zielgruben sowie ausreichend Abstand zu anderen Leitungen im Boden – in dicht belegten Trassen scheidet es aus.

Offene Bauweise – wann es sein muss

Wenn Rohrabschnitte eingebrochen sind, wenn die Leitung über mehrere Meter durchhängt oder wenn der Verlauf ohnehin geändert werden soll. Der Aushub ist das aufwendigste Verfahren und dasjenige mit den größten Nebenkosten – Pflaster, Terrasse, Bepflanzung. Dafür ist das Ergebnis eine tatsächlich neue Leitung mit korrektem Gefälle, und in genau diesem Punkt kann kein grabenloses Verfahren mithalten.

Was vor jeder Entscheidung feststehen muss

Die Befahrung mit Streckenangabe, die Zustandsbewertung und die Frage, ob die Leitung durchgängig befahrbar ist. Dazu die Lage: Wo verläuft sie, wie tief, was liegt darüber. Erst daraus ergibt sich, welche Verfahren überhaupt in Frage kommen. Ein Angebot, das ohne diese Grundlagen ein Verfahren nennt, beschreibt eine Vermutung – lassen Sie sich in dem Fall zuerst den Befund zeigen.

Kosten sinnvoll vergleichen

Vergleichbar sind Angebote nur bei gleichem Umfang: gleiche Streckenlänge, gleiche Zahl der Abzweige, mit oder ohne Reinigung und Befahrung vorab, mit oder ohne Wiederherstellung der Oberfläche. Gerade der letzte Punkt entscheidet beim Aushub über einen erheblichen Teil der Summe. Und rechnen Sie die Nutzungsdauer mit: Ein Liner mit langer Lebenserwartung gegen wiederkehrende Spülungen ergibt oft schon nach wenigen Jahren ein anderes Bild.

Verfahren im Überblick

VerfahrenPasst bei
Kurzliner
Undichte Muffe, Riss, Wurzeleintritt an definierter Position. Kein Aushub, wenige Stunden.
einzelne Schadstelle
Schlauchliner
Durchgehende Auskleidung; erfordert Vorreinigung, Fräsen und Wiederöffnen der Abzweige.
mehrere Schäden im Abschnitt
Roboterfräse
Einragende Anschlüsse, Wurzeln, Mörtelreste. Oft Vorstufe zum Linern, keine Sanierung für sich.
Hindernisse und Abzweige
Berstlining
Neues Rohr statt Auskleidung; braucht Gruben und Abstand zu Nachbarleitungen.
zerstörtes oder zu kleines Rohr
Offene Bauweise
Einziger Weg, das Gefälle wirklich zu korrigieren. Nebenkosten für Oberfläche einplanen.
Einbruch, Senke, neue Trasse

Zum Mitnehmen

  • Ohne Befahrung und Zustandsbewertung ist jede Verfahrenswahl geraten.
  • Ein Kurzliner löst eine Stelle, ein Schlauchliner einen Abschnitt.
  • Grabenlose Verfahren folgen der vorhandenen Geometrie.
  • Nur der Aushub korrigiert ein falsches Gefälle.

Häufige Fragen

Die Verfahren sind auf eine Nutzungsdauer in der Größenordnung von Jahrzehnten ausgelegt. Entscheidend sind saubere Vorbereitung und fachgerechte Aushärtung – daran erkennt man die Qualität, nicht am Material.

Während der Aushärtung nicht. Das Zeitfenster wird vorher abgestimmt; bei Mehrparteienhäusern gehört ein Aushang dazu, bei Gewerbebetrieben die Abstimmung mit dem Betriebsablauf.

Sie werden nach dem Aushärten mit einem Fräsroboter wieder geöffnet und, wo nötig, mit einem Hutprofil dicht an den Liner angebunden. Ohne diesen Schritt wäre die Anbindung die neue Schwachstelle.

Das ist kommunal unterschiedlich, insbesondere im Zusammenhang mit Dichtheitsnachweisen. Vor größeren Maßnahmen lohnt die Nachfrage beim Entwässerungsbetrieb – auch wegen der geforderten Dokumentation.

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