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+49 7742 9789880Welches Abflussrohr habe ich?
Vor jeder Entscheidung über Reinigung oder Sanierung steht dieselbe Frage, und sie lässt sich in zwei Minuten beantworten: Woraus besteht die Leitung? Farbe, Gewicht und Muffenform genügen für eine sichere Einordnung – und daraus folgt unmittelbar, welches Werkzeug erlaubt ist und welche Schäden zu erwarten sind.
Graue Kunststoffrohre im Gebäude sind HT-Rohre, orangebraune im Erdreich KG-Rohre. Schwarze, schwere Rohre im Altbau sind Guss und magnetisch. Braun glasierte Rohre im Erdreich sind Steinzeug – spröde, mit Hanf- oder Tonmuffen, typisch für Bauten vor etwa 1970. Kunststoff verträgt keine rotierenden Ketten, Steinzeug keine großen Fräsköpfe, Guss ist innen rau und lagert schneller an.

HT-Rohr: grau, innen, ab den Siebzigern
Das graue Kunststoffrohr aus Polypropylen ist der Standard für Abwasser innerhalb des Gebäudes. Es ist leicht, dünnwandig und hat Steckmuffen mit einer Lippendichtung aus Gummi. Erkennbar an der Farbe und daran, dass es beim Klopfen hell klingt. Für die Reinigung heißt das: Spirale mit passendem Kopf ja, Kettenschleuder nein, Dauerhitze und Lauge belasten vor allem die Dichtungen.
KG-Rohr: orangebraun, im Erdreich
Außerhalb des Gebäudes liegt in der Regel das orangebraune KG-Rohr aus PVC. Es ist dickwandiger als HT und ebenfalls mit Lippendichtungen gesteckt. Diese Muffen sind der typische Ort für Wurzeleinwuchs, weil eine gealterte oder verschobene Dichtung eine feine Öffnung bietet. Reinigung mit Hochdruck ist unproblematisch, rotierende Ketten sind es nicht.
Guss: schwarz, schwer, magnetisch
In Gebäuden vor etwa 1965 finden sich Gussleitungen: schwarz, sehr schwer, dumpf im Klang und magnetisch – der Kühlschrankmagnet ist der einfachste Test. Die Innenwand korrodiert über Jahrzehnte und wird rau, dadurch lagern sich Fett und Feststoffe deutlich schneller an als in glattem Kunststoff. Rotierende Werkzeuge sind hier richtig und oft nötig.
Steinzeug: braun glasiert, spröde
Im Erdreich vor etwa 1970 liegt meist Steinzeug: außen unglasiert bräunlich, innen glasiert und glatt, in kurzen Stücken von einem halben bis einem Meter verlegt. Die Muffen wurden mit Hanf, Ton oder Bitumen abgedichtet – nach sechzig Jahren ist das die Regel-Schwachstelle. Steinzeug ist druckfest, aber spröde: Ein zu großer Fräskopf sprengt eine Muffe, statt sie zu räumen.
Die Durchmesser und was daran hängt
DN 40 und 50 bedienen Waschbecken und Spüle, DN 70 Dusche und Wanne, DN 100 das WC und die Fallleitung, DN 100 bis 150 die Grundleitung. Der Durchmesser entscheidet, ob eine Spüldüse überhaupt Rückstoß entwickeln kann und welcher Spiralkopf passt. Er lässt sich am Außenmaß abschätzen: Ein DN-50-Rohr hat rund fünf Zentimeter Außendurchmesser.
Wo Sie nachsehen können
Am Fuß der Fallleitung im Keller sehen Sie das Material des Innenbereichs. Der Übergang in die Bodenplatte zeigt oft schon den Wechsel auf KG oder Steinzeug. Und im Revisionsschacht ist der Anschluss der Grundleitung direkt sichtbar. Diese drei Blicke ersetzen jede Vermutung – und wenn Sie sie beim Anruf beschreiben können, sparen Sie sich einen halben Diagnosetermin.
Material, Merkmal und Folge für die Reinigung
| Material | Merkmal und Verfahren |
|---|---|
HT (PP) Dünnwandig; Spirale mit passendem Kopf, keine Ketten. | grau, innen |
KG (PVC) Muffen als Wurzeleintritt; Hochdruck gut, Ketten nein. | orangebraun, außen |
Guss Innen rau, lagert schnell an; Fräse und Kettenschleuder möglich. | schwarz, magnetisch |
Steinzeug Spröde, Muffen undicht; Werkzeuggröße begrenzen. | braun glasiert |
Beton Meist ab DN 200 und kommunal; biogene Korrosion typisch. | groß, grau |
Blei Nur noch in Anschlüssen; keine mechanische Bearbeitung. | grau, weich, alt |
Zum Mitnehmen
- Farbe, Gewicht und Magnet reichen für eine sichere Einordnung.
- Kunststoff verträgt keine rotierenden Ketten, Steinzeug keine großen Fräsköpfe.
- Gussleitungen lagern wegen der rauen Innenwand deutlich schneller an.
- Drei Blicke – Fallleitungsfuß, Bodenplatte, Schacht – klären das Material.
Häufige Fragen
Das ist der Normalfall. Typisch ist Guss oder HT im Gebäude, Steinzeug oder KG im Erdreich, dazu bei Sanierungen abschnittsweise Erneuerungen. Genau diese Übergänge sind übrigens häufige Schadstellen.
Ein eingebauter Liner ist im Kamerabild als glatte, meist hellere Innenhaut sichtbar, oft mit erkennbarem Übergang am Anfang. Der Durchmesser ist minimal kleiner als beim Altrohr.
Indirekt. Es bestimmt Verfahren und Aufwand, und bei einer Sanierung auch, welche Varianten überhaupt infrage kommen. Deshalb steht es bei uns in jedem Befahrungsprotokoll.
Nein. Steinzeug hält bei intakten Muffen sehr lange, und Guss ebenso. Entscheidend ist der Zustand, nicht das Baujahr – und den zeigt nur eine Befahrung.
Ein Anruf, und das Wasser läuft wieder ab.
Wir nennen den Preis, bevor wir anfangen, arbeiten sauber und hinterlassen eine Leitung, die dauerhaft frei bleibt. In Südbaden, Hochrhein & Schwarzwald meist innerhalb von 60 Minuten bei Ihnen.