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+49 7742 9789880Rückstauklappe warten und prüfen
Eine Rückstausicherung arbeitet jahrelang unbemerkt und muss genau einmal funktionieren: in der halben Stunde, in der die Kanalisation bei Starkregen volläuft. Wer sie nie geöffnet hat, weiß nicht, ob dieser Moment gut ausgeht.
Rückstauverschlüsse sind wartungspflichtige Bauteile. Zweimal jährlich prüfen ist der übliche Rhythmus: Deckel öffnen, Klappen und Dichtflächen reinigen, Betriebs- und Notverschluss von Hand betätigen, Dichtung auf Risse ansehen, alles wieder schließen. Das dauert rund zwanzig Minuten. Häufigste Fehlerbilder sind ein Fremdkörper zwischen Klappe und Sitz, eine verhärtete Dichtung und ein Notverschluss, den jemand vor Jahren geschlossen und nie wieder geöffnet hat.

Was die Klappe eigentlich tut
Steht der öffentliche Kanal bei Starkregen unter Wasser, sucht sich dieses Wasser den nächsten tieferen Ausgang – und das ist jeder Ablauf im Keller, der unterhalb der Rückstauebene liegt. Die Rückstauebene ist üblicherweise die Straßenoberkante. Ein Rückstauverschluss lässt Abwasser in eine Richtung passieren und schließt gegen die andere. Er ist damit kein Komfortbauteil, sondern der einzige Grund, warum der Keller trocken bleibt, während in der Straße das Wasser steht.
Betriebsverschluss und Notverschluss
Die meisten Typen haben zwei Klappen. Der Betriebsverschluss arbeitet automatisch und schließt bei Rückstau selbsttätig. Der Notverschluss wird von Hand gesetzt, etwa wenn Sie über Wochen verreisen oder eine Klappe defekt ist – bei geschlossenem Notverschluss ist die Leitung allerdings in beide Richtungen dicht, das Wasser aus dem Haus kommt also auch nicht mehr durch. Genau darin liegt der klassische Fehler: geschlossen, vergessen, und Monate später steht das Abwasser im Keller.
Der Prüfablauf
Deckel abnehmen, Klappen ansehen und alles entfernen, was am Sitz hängt – Papier, Fett, Haare. Dichtflächen und Dichtlippe mit Wasser und Bürste reinigen, keine Lösungsmittel. Klappen mehrfach von Hand bewegen: Sie müssen ohne Hakeln in ihre Ruhelage zurückfallen. Notverschluss schließen, öffnen, danach kontrolliert offen lassen. Dichtungen auf Risse und Verhärtung ansehen; spröde Dichtungen werden ersetzt, das ist ein Ersatzteil und keine Reparatur. Zum Schluss Deckel dicht verschrauben.
Woran Sie eine untaugliche Sicherung erkennen
Wenn die Klappe nicht selbstständig in ihre Ruhelage zurückfällt. Wenn die Dichtlippe eingerissen ist oder sich hart anfühlt. Wenn der Deckel nicht mehr sauber dichtet – bei Rückstau steht das Wasser dann eben dort. Wenn Sie beim Öffnen Wasser über dem Klappensitz finden, obwohl gerade nichts eingeleitet wird. Und wenn niemand sagen kann, ob überhaupt eine vorhanden ist: In Häusern vor 1980 ist das erstaunlich häufig.
Was eine Klappe nicht kann
Sie schützt nur Abläufe, die hinter ihr liegen. Ein Bodenablauf, der an einem anderen Strang hängt, bleibt ungeschützt. Sie ersetzt außerdem keine Hebeanlage: Fäkalienhaltiges Abwasser aus Räumen unterhalb der Rückstauebene muss nach den Regeln der Technik gehoben werden, weil eine geschlossene Klappe sonst den Abfluss dieser Räume komplett blockiert. Was in Ihrem Fall richtig ist, hängt an der Nutzung des Kellers.
Dokumentation und Versicherung
Versicherer verlangen im Schadensfall regelmäßig den Nachweis, dass eine funktionsfähige Rückstausicherung vorhanden war. Ein einfaches Wartungsprotokoll mit Datum, geprüften Bauteilen und Foto genügt dafür meist. Für Verwaltungen ist es ohnehin Pflichtstoff: Ohne Nachweis steht bei einem Kellerschaden die Frage im Raum, ob die Instandhaltung vernachlässigt wurde.
Zum Mitnehmen
- Zweimal im Jahr öffnen, reinigen, von Hand betätigen.
- Der Notverschluss gehört im Normalbetrieb offen.
- Spröde Dichtungen werden getauscht, nicht nachgefettet.
- Ohne Protokoll fehlt im Schadensfall der Nachweis.
Häufige Fragen
Die Sichtprüfung und Reinigung ja, wenn der Verschluss zugänglich ist. Für die Dichtungsprüfung und den Tausch von Verschleißteilen ist der Fachbetrieb sinnvoll – und für Verwaltungen wegen der Nachweisführung ohnehin.
Im Keller an der Grundleitung nach einem Deckel im Boden oder einem Gehäuse in der Leitung suchen. Findet sich nichts, klärt eine Kamerabefahrung, ob und wo ein Verschluss sitzt.
Nein, der Betriebsverschluss macht das selbsttätig. Der Notverschluss ist für Abwesenheit und für den Fall gedacht, dass die automatische Klappe defekt ist.
Das hängt stark am Zugang. Ein Verschluss in einer freiliegenden Kellerleitung ist überschaubar, ein Einbau in eine Leitung unter der Bodenplatte deutlich aufwendiger. Die Kamerabefahrung vorher entscheidet über beides.
Ein Anruf, und das Wasser läuft wieder ab.
Wir nennen den Preis, bevor wir anfangen, arbeiten sauber und hinterlassen eine Leitung, die dauerhaft frei bleibt. In Südbaden, Hochrhein & Schwarzwald meist innerhalb von 60 Minuten bei Ihnen.