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+49 7742 9789880Rohrreinigungsspirale richtig anwenden
Die Spirale ist das älteste und immer noch wirksamste Werkzeug gegen Verstopfungen – und das am häufigsten falsch benutzte. Fast alle misslungenen Selbstversuche scheitern an derselben Sache: Es wird geschoben, wo gedreht werden müsste.
Eine Spirale arbeitet über Rotation. Die Drehung bohrt den Kopf durch den Belag und zieht ihn nach vorn; Schieben knickt sie nur und verkeilt sie in Bögen. Für Waschbecken und Dusche genügen sechs bis acht Millimeter Stärke, für Küchen- und WC-Anschlüsse acht bis zehn, für Fallstränge und Grundleitungen ab sechzehn Millimeter mit Motorantrieb. Mit Handkraft kommen Sie realistisch drei bis fünf Meter weit – darüber hinaus fehlt schlicht das Drehmoment.

Wie eine Spirale arbeitet
Der Federstahldraht überträgt Drehmoment vom Griff bis zum Kopf. Dort sitzt je nach Aufgabe ein Bohr-, Keulen-, Kreuz- oder Räumkopf. Die Rotation frisst sich durch weichen Belag, greift Haarknäuel und zieht sie beim Rückzug heraus. Genau darin liegt der Unterschied zur Saugglocke: Die Glocke bewegt einen Pfropfen, die Spirale entfernt ihn.
Welcher Durchmesser wohin gehört
Sechs bis acht Millimeter für DN 40 und DN 50, also Waschbecken, Dusche und Badewanne. Acht bis zehn Millimeter für Küchenabläufe und den WC-Anschluss, dort mit Schutzhülse für die Keramik. Ab DN 70 wird es mit Handkraft mühsam, in DN 100 wirkungslos: Eine dünne Spirale schlängelt sich durch die Ablagerung, ohne sie abzutragen. Für Fallstränge und Grundleitungen kommen Maschinen mit sechzehn bis zweiundzwanzig Millimetern zum Einsatz.
Der Ablauf, der funktioniert
Zugang öffnen: bei Waschbecken und Dusche über den geöffneten Siphon, nicht durch das Ablaufsieb, weil der Weg dort zweimal eng wird. Handschuhe an, Eimer und Lappen bereit. Spirale einführen, bis Widerstand kommt. Dann Griff feststellen, gleichmäßig im Uhrzeigersinn drehen und mit leichtem Nachschub arbeiten. Sobald sich der Kopf durchgearbeitet hat, mehrfach vor und zurück – und die Spirale drehend herausziehen, damit das Gefangene mitkommt und nicht abstreift.
Die vier klassischen Fehler
Erstens: drücken statt drehen – die Spirale schlägt eine Schlaufe und verklemmt sich im Bogen. Zweitens: Richtungswechsel unter Last, das löst die Kupplung am Kopf und der bleibt im Rohr. Drittens: durch das Ablaufsieb arbeiten, statt den Siphon zu öffnen. Viertens: vorher Rohrreiniger einfüllen und dann mit offenem Rohr hantieren – Spritzer aus einer Lauge sind kein Spaß, und die Chemie greift dabei nichts an, was die Spirale nicht ohnehin schafft.
Wenn die Spirale steckenbleibt
Nicht mit Kraft ziehen. Erst gegen die Arbeitsrichtung drehen und dabei leichten Zug geben, dann löst sich der Kopf meist aus dem Bogen. Hilft das nicht, sitzt sie in einem Versatz oder hinter einem Fremdkörper fest, und dann ist es Zeit für den Fachbetrieb – eine abgerissene Spirale im Rohr ist die teuerste Variante dieses Nachmittags.
Was die Maschine anders macht
Neben Drehmoment und Reichweite vor allem der Kopfwechsel: Bohrkopf, um durchzukommen, danach Räum- oder Kettenschleuderkopf, um die Wandung wirklich abzutragen. Deshalb ist ein Rohr nach Maschineneinsatz nicht nur wieder durchgängig, sondern hat seinen Querschnitt zurück – der Unterschied zwischen einer Woche Ruhe und zwei Jahren.
Zum Mitnehmen
- Die Drehung macht die Arbeit, der Vorschub nur die Richtung.
- Durchmesser nach Rohrgröße wählen; zu dünn heißt wirkungslos.
- Zugang über den geöffneten Siphon, nicht durch das Ablaufsieb.
- Bei festsitzender Spirale gegendrehen statt ziehen.
Häufige Fragen
Im Uhrzeigersinn, so ist die Wicklung ausgelegt. Gegen den Uhrzeigersinn unter Last kann die Kupplung öffnen und der Kopf bleibt im Rohr zurück.
In intaktem Kunststoff und Guss praktisch nicht. Vorsicht ist bei sprödem Steinzeug mit offenen Muffen und bei alten, stark korrodierten Stahlleitungen geboten – dort ist die Kamera vor dem Werkzeug die richtige Reihenfolge.
Meist steht sie in einem 90-Grad-Bogen. Kurz zurückziehen, weiterdrehen und ohne Kraft nachschieben – der Kopf muss die Kehre drehend nehmen. Bleibt es dabei, ist der Bogen für dieses Werkzeug zu eng.
Für die üblichen Fälle nicht. Was Sie brauchen, ist eine gute Handspirale für zehn bis zwanzig Euro. Geräte, die in DN 100 wirklich etwas bewegen, kosten ein Vielfaches und wollen geübt bedient werden.
Ein Anruf, und das Wasser läuft wieder ab.
Wir nennen den Preis, bevor wir anfangen, arbeiten sauber und hinterlassen eine Leitung, die dauerhaft frei bleibt. In Südbaden, Hochrhein & Schwarzwald meist innerhalb von 60 Minuten bei Ihnen.