Rohrbruch oder Verstopfung? Notdienst rund um die Uhr – auch Sonn- und Feiertags.
+49 7742 9789880Verzinkte Rohre reinigen
In Häusern aus der Zeit vor 1970 liegen sie noch überall: Stahlrohre mit Zinküberzug, innen rau, oft schon deutlich zugewachsen. Sie lassen sich reinigen – aber nicht mit dem, was im Baumarktregal daneben steht.
Verzinkte Leitungen verengen sich von innen durch Korrosionsprodukte und Kalk, sobald die Zinkschicht aufgebraucht ist. Wirksam ist ausschließlich mechanische Reinigung: Motorspirale mit Ketten- oder Räumkopf, der die Inkrustierung von der Wandung abträgt. Säurehaltige und stark alkalische Mittel beschleunigen die Korrosion und sind hier ausdrücklich falsch. Ist die Wandung bereits durchgerostet, wird jede Reinigung zum Risiko – dann entscheidet die Kamera zwischen Weiterbetrieb und Austausch.

Warum sie zuwachsen
Die Zinkschicht schützt den Stahl, solange sie geschlossen ist. Weiches Wasser, hohe Temperaturen und Jahrzehnte Betrieb tragen sie ab; danach rostet der Stahl darunter. Die Rostprodukte haben ein größeres Volumen als das Material, aus dem sie entstehen, und wachsen als Höcker nach innen. Auf dieser rauen Oberfläche setzt sich zusätzlich Kalk ab. Das Ergebnis ist ein Rohr mit halbem Querschnitt, das äußerlich völlig unauffällig aussieht.
Wie man erkennt, dass man welche hat
Magnetprobe an einer sichtbaren Leitung im Keller: Stahl ist magnetisch, Kupfer und Kunststoff nicht. Verzinkte Rohre haben typischerweise Gewindeverbindungen mit Muffen und Fittings, eine matt-graue Oberfläche und im Abwasserbereich oft eine Kombination mit Gussrohren. Wenn zusätzlich der Wasserdruck an oberen Etagen nachlässt oder braune Trübung nach Standzeiten auftritt, ist die Frage praktisch beantwortet.
Was die Reinigung leisten kann
Eine Motorspirale mit Kettenschleuderkopf trägt die Inkrustierung mechanisch ab und gibt dem Rohr einen erheblichen Teil seines Querschnitts zurück. Anschließend wird gespült, damit das Gelöste die Leitung verlässt. Danach ist die Innenwand allerdings blank und ungeschützt – Zink ist an dieser Stelle keins mehr da. Wie lange die Wirkung hält, hängt an Wasserqualität und Nutzung; ein bis mehrere Jahre sind realistisch, keine Dauerlösung.
Wovon man die Finger lässt
Säurehaltige Entkalker greifen freiliegenden Stahl direkt an und können dünne Stellen durchbrechen. Stark alkalische Rohrreiniger sind bei Zink ebenfalls problematisch, weil Zink amphoter ist und von beiden Seiten reagiert. Hochdruck ohne vorherige Kamerakontrolle ist riskant, weil eine bereits geschwächte Wandung dem Strahl nachgeben kann. Kurz: Alles, was im Kunststoffrohr unkritisch ist, verdient hier eine zweite Überlegung.
Trinkwasser oder Abwasser – ein wichtiger Unterschied
In der Trinkwasserinstallation ist eine mechanische Innenreinigung nur eingeschränkt sinnvoll und in vielen Fällen fachlich nicht der richtige Weg; dort geht es um Hygiene, Druckverlust und häufig um den Austausch gegen Kupfer oder Verbundrohr. Im Abwasserbereich dagegen ist die Reinigung verzinkter und gusseiserner Leitungen Routine – dort steht der freie Querschnitt im Vordergrund und nicht die Trinkwasserqualität.
Wann sich Reinigen nicht mehr rechnet
Wenn die Kamera Lochfraß zeigt, wenn Verbindungen sichtbar feucht sind oder wenn dieselbe Leitung im Jahresrhythmus wieder zu ist. Bei Abwasserleitungen im Boden bietet sich dann die grabenlose Sanierung mit Liner an, die aus dem alten Rohr eine neue Innenwand macht. Bei aufliegenden Strängen im Haus ist der Austausch gegen Kunststoff meist die klarere Rechnung – die Arbeit steckt in der Zugänglichkeit, nicht im Material.
Zum Mitnehmen
- Rost wächst nach innen und halbiert den Querschnitt unbemerkt.
- Nur mechanische Reinigung ist geeignet, Säure und Lauge sind hier tabu.
- Nach der Reinigung ist die Wandung blank – die Wirkung hält Jahre, nicht ewig.
- Lochfraß im Kamerabild beendet die Reinigungsfrage und eröffnet die Sanierungsfrage.
Häufige Fragen
Im Wohnungsbau wurden sie bis in die 1970er-Jahre regelmäßig verbaut, danach zunehmend durch Kupfer und Kunststoff ersetzt. Rechnerisch sind die meisten heute jenseits ihrer üblichen Nutzungsdauer.
Für Trinkwasser gibt es Verfahren mit Epoxidharz, die fachlich umstritten sind und sorgfältig geprüft gehören. Im Abwasserbereich ist der Liner das etablierte Verfahren und in seiner Wirkung gut belegt.
Am Durchfluss und am Kamerabild vorher und nachher. Lassen Sie sich beides zeigen – bei einer Leitung, die man nicht sehen kann, ist die Dokumentation der einzige Nachweis.
Ähnlich, aber gutmütiger. Graugussleitungen im Abwasser inkrustieren ebenfalls, vertragen die mechanische Reinigung jedoch in der Regel besser, weil die Wandstärke größer ist.
Ein Anruf, und das Wasser läuft wieder ab.
Wir nennen den Preis, bevor wir anfangen, arbeiten sauber und hinterlassen eine Leitung, die dauerhaft frei bleibt. In Südbaden, Hochrhein & Schwarzwald meist innerhalb von 60 Minuten bei Ihnen.